FR
04.10

Blindenmarkt | Herbsttage - Die Fledermaus



Zum 30-jährigen Jubiläum steht Johann Strauss Operettenklassiker „Die Fledermaus“ in der Textfassung von Gernot Kranner unter der Regie von Marcus Ganser am Spielplan der Herbsttage Blindenmarkt.

Gleich vorweg sei so viel verraten, dass Intendant Michael Garschall & Team auch heuer wieder das „Theaterwunder“ Blindenmarkt mit Grandezza, großer Leidenschaft und viel Herzblut zum Strahlen bringen. Dafür zollt man dem umtriebigen Impresario von allen Seiten großen Tribut, haben doch in diesen drei Jahrzehnten rund 250.000 Besucher die Liebe zur Operette entdeckt bzw. gefestigt. Die Einmaligkeit der Herbsttage, wo Newcomer und arrivierte Künstler gemeinsam mit regionalen Amateuren auf der Bühne stehen und von einem großartigen Kammerorchester und einem Chor unterstützt werden, sind das Geheimnis des Erfolgs.

Der Herbsttage-Gründer und künstlerische Gesamtleiter Garschall setzt auch punkto Leading Team neuerlich auf Kontinuität. Frei nach dem Motto „never change a winning team“ ist Prof. Kurt Dlouhy musikalischer Leiter, der nicht nur das Kammerorchester Ybbsfeld dirigiert, sondern auch die Gesangseinlagen des Chors einstudiert hat. Die Choreographie liegt wieder in den bewährten Händen von Monica Ivona Rusu-Radman und die Maske in jenen von Andrea Olek. Für die Lichteffekte sorgt neuerlich Klaus-Dieter Vogl.

Das 1874 in Wien uraufgeführte Stück hat in der Textfassung für die Herbsttage Blindenmarkt von Gernot Kranner eine zeitgemäßere Sprache dazubekommen und durch Bezug zu aktuellen politischen Geschehnissen bekommt so manche parodistische Einlage noch eine Portion Realsatire dazu. Nichts jedoch eingebüßt haben die meisterhaften Melodien, die von großartigen Stimmen dargeboten wurden.

So oft scheint der Schein zu trügen und jede/r ist nicht immer der, der er vorgibt zu sein. Wenn zu Triebhaftigkeit noch Eifersucht dazukommt und aus einem Bankier, der eigentlich in die Arrestzelle muss, ein Marquis und aus einem knochig beamteten Gefängnisdirektor ein liebestoller Chevalier wird, dann sind amüsante Verwechslungen garantiert. Noch dazu, wenn das Ganze in einer wilden Party bei einem echten Prinzen ausartet. Doch die Handlung der beliebten Operette, die zu Silvester ebenso dazugehört wie Sekt und Feuerwerk und den Älteren noch aus der Verfilmung 1962 mit Peter Alexander, Hans Moser, Willy Millowitsch und Marika Rökk noch in Erinnerung ist, dürfte hinlänglich bekannt sein.

Tenor Alexander Kaimbacher besticht als Gabriel Eisenstein und Sopranistin Signe Heiberg als Rosalinde. Als feuriges Stubenmädchen brilliert Brigitta Simon und als Gefängnisdirektor Frank, Horst Lamnek, ein wunderbarer Bass. Die erst 24-jähige Patricia Nolz aus Niederösterreich überzeugt als Prinz Orlofsky. Seine Revanche für einen früheren Streich geht auf: Stefan Zenkl gibt den listigen Notar Dr. Falke und Gernot Kranner lässt als Advokat Blind sogar die Haare fallen. Garanten für Lachsalven ist das komödiantische Duo Willi Narowetz als Frosch und Gabriele Schuchter als Ida. In weiteren Rollen zu sehen sind Clemens Kerschbaumer als stürmischer Sänger sowie Christiana Bruckner und Heinz Müller.

Gespielt wird noch bis 27. Oktober. Als zweite Eigenproduktion steht heuer noch Astrid Lindgrens „Pippi Langstrumpf“ (Premiere am 20. Oktober) - neben weiteren Einzelveranstaltungen - am Programm. Weitere Infos unter www.herbsttage.at. Und nächstes Jahr  begeistert uns bestimmt Franz Lehár’s „Der Graf von Luxemburg“ das Publikum.

Danke an Roland Ferrigato für die Bereitstellung der Bühnenfotos (c) Herbsttage Blindenmarkt.

2. Foto, v.l.n.r.: Alt-Bgm. Franz Haberfellner, LAbg. Karl Moser, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Intendant Michael Garschall, Herbsttage-Präsidentin Hilde Umdasch, Bgm. Franz Wurzer u. Vzbgm. Albert Brandstetter

Didi Rath

Published: 04.10.2019 - 23.30

Oberbank Amstetten


Hauptplatz 1,
3300 Amstetten