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22.02

Amstetten | Max Mayerhofer - Premiere 69 Solo



Der bekannte Wirtschaftskabarettist und Wortwitzfetischist Max Mayerhofer wird heuer im Juni 50. Anstelle über eine etwaige Midlifecrisis nachzudenken hat er seinen Arzt konsultiert und dieser riet ihm, rechtzeitig seine Memoiren zu schreiben, solange er sich noch daran erinnern kann.

So begab es sich, dass der Bühnenerprobte Speaker, Stammtisch-Hälfte von Walter Kammerhofer und das ehemaliges Drittel des Ensembles Die Männer, sein erstes Soloprogramm mit dem vielversprechenden Titel „69 Solo“ zuerst auf Papier und dann bei der NÖ-Premiere auf die Bühne das MozArt brachte.

Während der erste Teil des Programms nahezu zu 100 % authentisch war - zwischen der Bühnenfigur und dem „echten“ Max Mayerhofer ist tatsächlich kaum ein Unterschied - erlaubt der zweite Teil ein paar künstlerische Freiheiten. Zuerst war einmal die Geburt, wo ihn anfänglich seine liebevollen Eltern Bertl und Elli begleiteten, aber auch seine älteren Geschwister, das Harry und die Kaloriene, eine nicht unwesentliche Rolle spielten. Sein humoristischer Rückblick reicht von waghalsigen Kinderwagenrennen in der Wohnanlage über umtriebige Verliebtheiten und erste sexuelle Versuche nach der Pubertät bis hin zum ersten Campingurlaub und den Eindrücken beim Bundesheer. Witzig sind aber auch seine historischen Sprünge vom selbst Erlebten zu großen Dingen der Weltgeschichte. Mitschüler, Liebschaften und Best Buddies, wie u.a. Bernd, Sibs und Didi, Ruth, Susi, Sybille, Ursi und Sonja oder Sascha Kitzler und Klaus prägen und begleiten seinen weiteren Lebensweg. Für halbwegs Gleichaltrige ist dieses Programm aber auch eine Zeitreise in die unbeschwerte Vergangenheit, wo man noch ohne Bedenken einen Mohr im Hemd oder ein Zigeunerschnitzel bestellen durfte und das Fernsehprogramm anfänglich noch in schwarz-weiß auf zwei Sendern, nämlich Fad 1 und Fad 2, lief.

Alles in allem, ist ihm bei seinem Solodebut ein wahrer Wurf gelungen, der trotz fetter Pointen und vielen Lachern nicht mit Gesellschaftskritik spart und zwischen den Zeilen durchaus Futter liefert für jene aufmerksame Zuhörer, die nicht zwangsläufig zu den „Intelligenzallergikern“ zählen.

Didi Rath & Babsi Zeitlhofer

Published: 22.02.2019 - 23.45