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12.01

Amstetten | #wahlsplitter - Dominic Hörlezeder - Interview mit dem Spitzenkandidaten der Grünen


Der 1984 in Amstetten Geborene ist seit 2014 Mitglied der Grünen Amstetten, seit 2015 Gemeinderat und Fraktionssprecher und seit 2017 Stadtrat für Umwelt und Energie.


Die Grünen waren erstmalig in Amstetten in der Stadtregierung. Wie war es?

 Rückblickend war es für uns - Sarah Huber und mir - nicht immer leicht in allen 12 Ausschüssen grüne Akzente zu setzen, da dabei logischerweise unsere personellen wie zeitlichen Ressourcen begrenzt waren. Und realpolitisch kann man mit 2 Mandataren nicht 1 zu 1 das Parteiprogramm umsetzen. Koalition bedeutet auch Kompromissbereitschaft. Wer hinkünftig jedoch mehr grüne Inhalte will, muss die Grünen stärken. Unser Wahlziel ist 1.000 + 1 Stimme für Grün! Das absolute Highlight dieser gemeinsamen Periode war und ist der Ankauf der Forstheide. Diese Forderung gab es schon seit rund 25 Jahren - nun ist unser Wunsch in Erfüllung gegangen und zum grünen Leuchtturm-Projekt geworden.

Aber auch ansonsten denke ich, ist eine klare Handschrift der Grünen in Amstetten erkennbar. So konnten wir uns in punkto Klimaschutz und Umwelt akzentuieren. Ein zentrales Projekt war die Schaffung eines eigenständigen Klima- und Umweltreferates in der Rathausverwaltung. Im Vergleich zu anderen, gleich großen Städten in Österreich, gibt es wenige Gemeinden, die solch eine Referat haben. Somit konnten wir eine Vorreiterrolle übernehmen. Besonders gut verläuft die Zusammenarbeit auch auf Verwaltungsebene, wo wir uns auf qualitative Expertise verlassen können und gemeinsam Strategien zur Bekämpfung der KIimakrise entwickeln können. Unser Vorschlag für eine Verbesserung der mikroklimatischen Verhältnisse im Stadtgebiet wurde übrigens im Gemeinderat einstimmig angenommen. In weiterer Folge sollen also u.a. die Buswartehäuschen begrünt werden sowie generell innerstädtisch mehr begrünt werden. Im gemeinsamen Austausch haben wir nicht nur evaluiert, sondern auch gehandelt. Zum Beispiel haben wir schon vor Jahren die Problematik der Fichten hinsichtlich der Gefahr durch Borkenkäfer erkannt und diese durch Neupflanzung klimaresistenter Laubbäume umgewandelt.

Grün ist ja in letzter Zeit richtig im Trend, nicht nur durch die Fridays For Future-Bewegung, auch im Bund sind nun Grüne erstmals in der Regierung. Macht dies eure Politik leichter?

 Dieser Trend ist natürlich mehr als positiv, wenn grüne Themen endlich auch mitten in der Gesellschaft ankommen. Vor kurzem wurden wir dafür noch belächelt und vor zwei Jahren sind wir mit unserem Hauptanliegen, dem Klimaschutz, sogar aus dem Nationalrat rausgeflogen. Mit einer Regierungsbeteiligung zeigen wir, dass wir das Können und auch bereit sind, Verantwortung dafür zu übernehmen.

Und letztendlich sind wir sehr froh darüber, dass viele junge Menschen die Bedeutung des Klimaschutzes erkannt haben und dafür eintreten, u.a. durch ihr Engagement in der Fridays For Future-Bewegung. Ihnen ist es - ebenso wie uns - nicht egal, wie und was wir nächsten Generationen hinterlassen.

Am 26. Jänner wird gewählt. Mit welchen Schwerpunkten stellt ihr euch nun dieser Gemeinderatswahl?

 Auch wir haben natürlich die Verkehrsproblematik in der Stadt erkannt, sehen aber manche mögliche Lösungsansätze differenzierter. Der Ruf nach mehr Parkplätzen ist einerseits verständlich, löst aber andererseits nicht das Problem „an der Wurzel“. Das Eindämmen des Individualverkehrs ergibt sich relativ leicht durch den Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Wenn wir den City Bus ausbauen, die Taktfrequenz in den Morgen- und Abendstunden verdichten, die Ortsteile besser anbinden und darüber hinaus ein Öffi-Jahresticket um 99,- Euro anbieten, wird es für viele Bürger attraktiver auf das Auto zu verzichten - so müssen sie erst gar keinen Parkplatz suchen! Wenn wir dazu noch das bestehende Radwegenetz ausbauen - wofür übrigens auf unser Ansinnen im Budget 2020 bereits eine halbe Million Euro veranschlagt wurde - lösen wir die Verkehrsproblematik, schützen die Umwelt und fördern noch dazu die Gesundheit der Amstettner und Amstettnerinnen.

Weitere Themenschwerpunkte und Infos zu den Grünen Amstetten gibt’s hier.

Didi Rath