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14.06

Amstetten | Erster Sozialpreis der Stadt Amstetten an Dr. Ester Steininger


Die Obfrau des Hospizfördervereins Amstetten, Dr. Ester Steininger, ist die erste Sozialpreisträgerin der Stadt Amstetten. Am 12. Juni wurde dieser Sozialpreis erstmals im Rahmen einer Festveranstaltung von Bürgermeisterin Ursula Puchebner übergeben.


„Dr. Ester Steininger widmet sich mit dem Hospizförderverein bereits mehr als zwei Jahrzehnte dem Hospizgedanken“, so Sozialstadtrat Mag. Gerhard Riegler bei seinen Begrüßungsworten, der auch auf die Arbeit des Vereins einging. „Hospiz bedeutet „Herberge“ oder „Gastfreundschaft“, das ist eine schöne Symbolik für die Arbeit des Vereins. Mit der Auszeichnung soll der Palliativgedanke stärker in den Mittelpunkt gerückt werden“, erklärte Riegler. „Die Verleihung des Sozialpreises verfolgt zwei große Zielsetzungen: Einerseits sollen jene Menschen vor den Vorhang geholt werden, die sich tagtäglich mit großer Mühe für andere einsetzen, andererseits soll Aufmerksamkeit auf dieses so wichtige Thema gelenkt werden“, so Riegler, der sich bei Dr. Steininger und ihrem Team für ihre wertvolle Arbeit bedankte und auch für die Zukunft alles Gute wünschte.

„Besondere Menschen verdienen unsere besondere Aufmerksamkeit, unsere Wertschätzung und unseren aufrichtigen Dank“, leitete Bürgermeisterin Ursula Puchebner ihre Laudatio ein und verwies auf die vielen Menschen, die freiwillig im Sozialbereich arbeiten. „Meist im Hintergrund, findet man sie dort, wo Hilfe und Unterstützung am nötigsten gebraucht wird, sie ergreifen Partei für andere, bilden eine Lobby für jene, die mit ihren Ängsten und Vorbehalten oft alleine gelassen werden“, so die Bürgermeisterin. „Mehr als 20 Jahre macht sich Dr. Steininger schon für den Hospizgedanken stark. Wie ich Sie kenne, werden Sie auch in Zukunft alles daran setzen, das erklärte Ziel, die Errichtung einer Hospiz- und Palliativ-Station für Amstetten, zu erreichen.“ Mit den Worten von Cecil Saunders „Du bist bis zum letzten Augenblick deines Lebens wichtig und wir werden alles tun, damit du nicht nur in Frieden sterben, sondern auch leben kannst bis zuletzt“,  bedankte sich Puchebner bei Dr. Steininger für ihren Einsatz und ihr Engagement und überreichte ihr den ersten Sozialpreis der Stadt Amstetten.

In ihren Dankesworten verwies Dr. Steininger auf die Entwicklung der Hospiz- und Palliativarbeit in Amstetten und bedankte sich bei ihren Vorstandsmitgliedern des Hospizfördervereins für die Unterstützung. Als Turnusärztin in Amstetten wurde Steininger bereits auf die fehlende Betreuung von Sterbenden aufmerksam. Daher hat sie auch Kontakt mit der Hospizinitiative Mostviertel aufgenommen und später auch den Lehrgang Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung sowie das Diplom Palliativmedizin und die Ausbildung zur Akademischen Expertin für Palliative Care gemacht. 1999 wurde „Hospizinitiative Mostviertel“ von einer Gruppe engagierter Menschen gegründet, mit dem Ziel einen mobilen Hospizdienst zu initiieren. 2001 startet das mobile Hospizteam der Caritas. 2003 wurde der Hospizförderverein gegründet. „Momentan gibt es in Amstetten ein gut funktionierendes Palliativ-Team, aber keine eigenen Palliativ-Betten“, so die engagierte Ärztin, die überzeugt ist, dass ein Schwerpunkt-Krankenhaus wie das Klinikum Amstetten unbedingt eine Palliativ-Station braucht. „Eine Palliativstation hat einen anderen Schwerpunkt als eine normale Bettenstation. Die MitarbeiterInnen haben eine spezielle Ausbildung, es gibt einen besseren Personalschlüssel, aber vor allem gibt es auf einer Palliativstation immer eine ganzheitliche, interdisziplinäre Arbeitsweise. Lebensqualität in der letzten Lebensphase ist nur möglich, wenn nicht nur die medizinischen sondern auch die psychologischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse Platz haben. Dabei spielt auch die Betreuung der Angehörigen eine große Rolle“, so Dr. Steininger. Abschließend bedankte sich Dr. Steininger bei ihrer Familie, bei den GemeindevertreterIinnen für die Auszeichnung und die langjährige Unterstützung, aber auch bei ihren Vereinskolleginnen für die so wichtige gemeinsame Arbeit.

2018 wurde der Sozialpreis ins Leben gerufen. Der Sozialpreis der Stadtgemeinde Amstetten ist Anerkennung und Dank für außergewöhnliche Leistungen im Bereich ehrenamtlicher Sozialarbeit und ist mit € 1.000,- dotiert. Der jährlich zu vergebende Preis soll an Personen vergeben werden, die sich in besonderem Maße und über einen längeren Zeitraum hinweg für Sozialprojekte engagiert haben.

Der Hospizförderverein Amstetten begleitet keine kranken Menschen und deren Angehörige, sondern unterstützt Einrichtungen, die in diesem Bereich tätig sind. Der Verein arbeitet daher eng mit dem Mobilen Hospizdienst der Caritas Amstetten und Waidhofen/Ybbs sowie dem Palliativ-Team im Klinikum Amstetten zusammen. Dr. Ester Steininger, setzt sich seit mehr als 10 Jahren für die Errichtung einer Palliativ-Station im Klinikum Amstetten ein.

Die Richtlinien zum Sozialpreis gibt's unter www.amstetten.at/Amtstafel/files/F09.pdf nachzulesen.

Foto (c) Stadtgemeinde Amstetten, v.l.n.r.: Vzbgm. HR Mag. Michael Wiesner, Andrea Hürner, Andrea Koch, Martina Wiedner (3. Vorsitzende Stv. Hospizförderverein), OV GR Egon Brandl, GR Martina Wadl, GR Michael Hofer, Dr. Ester und Ing. Christian Steininger, Bgm. Ursula Puchebner, StR Mag. Gerhard Riegler, Vzbgm. Ing. Anton Katzengruber, GR Regina Öllinger, Margit Koch (Leiterin Referat Gesellschaft und Soziales der Stadtgemeinde Amstetten), StADir. Mag. Beatrix Lehner, Rita Sperr (Kassierin) u. Gerlinde Steinböck (Kassierin)

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